Conversations within Transitions and Secret Gardens

Ausstellung von Maria Fallada im C*SPACE. Exhibition by Maria Fallada at C*SPACE.

Am 8. Dezember hatten wir die Ehre, die Eröffnung der Ausstellung der bildenden Künstlerin und C*SPACE-Teammitglied Maria Fallada zu beherbergen. Bei dieser Gelegenheit hatten wir auch das Privileg, die Klangraumkünstlerin Yun-Chu Liang zu empfangen, die uns zu einem offenen Gespräch im Rahmen einer Kräuterteesitzung einlud. On December 8th we had the honor to host the opening of the exhibition by visual artist and C*SPACE team member Maria Fallada. An occasion in which we also had the privilege to receive sound-space artist Yun-Chu Liang who invited us to be part of an open conversation within a herbal tea session.

In dieser Soloausstellung lädt Maria uns ein, in das lebendige Geflecht ihrer künstlerischen Erkundungen einzutauchen, und zwar mit zwei Werken, die die Themen der urbanen Übergänge und des Zaubers, der sich in Kräutergärten verbirgt, feinfühlig miteinander verbinden: “Conversations within Transitions” (Gespräche in Übergängen, 2022-23) und “Secret Gardens” (Geheime Gärten). In this solo exhibition, Maria invites us to delve into the vibrant tapestry of her artistic explorations with two works that delicately intertwine the themes of urban transitions and the enchantment concealed in herbal gardens: “Conversations within Transitions” (2022-23) and “Secret Gardens” (2023).

Conversations within Transitions (Gespräche in Übergängen, 2022-23) besteht aus einer Zeichnungsserie, die während verschiedener öffentlicher Interventionen mit dem KIEZ:MOBIL am Caligariplatz und in der Weißensee Kunsthochschule Berlin entstanden ist. Conversations within Transitions” (2022-23) consists on a drawing series created during various public interventions with the KIEZ:MOBIL at Caligariplatz and Weißensee Academy of Art Berlin.

Das KIEZ:MOBIL ist ein Projekt zur Schaffung temporärer urbaner öffentlicher Räume in Weißensee. Es entstand aus einer Idee, die Heather Ann McKee und Bas Kools 2015 im Rahmen der Initiative Park(ing) Day entwickelten. Mit Unterstützung der Interessengemeinschaft Weißenseer Spitze e.V. bauten sie ein multifunktionales Fahrzeug, um regulären öffentlichen Parkplätzen einen temporären neuen Zweck zu geben. The KIEZ:MOBIL is a project intending to create temporary urban public spaces in Weißensee. This began as an idea that Heather Ann McKee and Bas Kools developed in 2015 as part of the Park(ing) Day initiative. With the support of Interessengemeinschaft Weißenseer Spitze e.V. they built a multifunctional vehicle to add a temporary new purpose to regular public parking spaces.

Durch öffentliche und partizipatorische Interventionen dieser Art versucht Maria, die Praxis des Zeichnens zu kultivieren, nicht nur als Mittel zur Beobachtung und Dokumentation, sondern vor allem als soziales Band zwischen dem Viertel (in diesem Fall Weißensee), seinen Gemeinden und seinen Besuchern. Für Maria wurde das Zeichnen zu einer Methode, die es ihr ermöglicht, Begegnungen der Intimität in öffentlichen und städtischen Übergangsräumen mitzugestalten, neu zu überdenken, anzuregen und zu fördern. Through public and participatory interventions of this kind, Maria seeks to cultivate the practice of drawing, not only as a means of observation and documentation but, more significantly, as a social bond between the neighborhood (in this case of Weißensee), its communities and its visitors. For Maria, drawing became a method that allows her to co-create, re-think, stimulate and foster encounters of intimacy within public and transitional urban spaces.

In den 1920er Jahren war Weißensee auch als Drehort für zahlreiche Filme bekannt. Der Klassiker “Das Kabinett des Dr. Caligari” wurde 1919-1920 in einem Studio in der Liebermannstraße gedreht. Zu Ehren des Filmviertels wurde der Platz vor der Brotfabrik in Caligariplatz umbenannt. Heute ist diese Kino- und Filmtradition fast verblasst, aber einige Spuren sind geblieben. Die Kinos Delphi und Rio wurden 1959 bzw. 1997 geschlossen. Jetzt hält nur noch das Kino Brotfabrik die Filmtradition dieses Ortes am Leben.[1],[2] In the 1920s, Weißensee was also known as a production location for numerous films. The classic “The Cabinet of Dr. Caligari” was shot in a studio on Liebermannstraße in 1919-1920. In honor of the filming neighborhood, the square in front of the Brotfabrik was renamed Caligariplatz. Today, this cinema and film tradition has almost faded away, but a few traces remain. The Delphi and Rio cinemas closed in 1959 and 1997 respectively. Now only the Brotfabrik cinema keeps the film tradition of this place alive.[1],[2]

Secret Gardens (Geheime Gärten, 2023) zeigt Gemälde von Kräuterpflanzen, die mit Wasser und Erde hergestellt wurden. Es ist der Beginn eines Experiments, das mit einer laufenden Recherche über die Geschichte von Hexen und Gärten als gemeinschaftliche Orte der Resilienz verbunden ist. Secret Gardens” (2023) features paintings of herbal plants made with water and soil. It marks the beginning of an experiment linked to an ongoing research on witch history, herbalism and gardens as communal places for resilience.

In vielen Kulturen werden Gärten seit jeher als zauberhaft und geheimnisvoll wahrgenommen und dienen als Kulisse für magische Begegnungen, bei denen die Grenze zwischen dem Gewöhnlichen und dem Außergewöhnlichen verschwimmt. Über die Mystik hinaus werden diese Räume als gemeinschaftliche Orte des Widerstands, der Heilung und dekolonialer Praktiken anerkannt, die gleichzeitig als Archive des Wissens der Vorfahren und der Erfahrungen derer, die sie pflegen, dienen. Die Figur der Hexe wiederum, die eng mit der Natur verbunden ist, wird mit den Gärten als emblematischen Quellen pflanzlicher Weisheit und Weiblichkeit in Einklang gebracht. Across many cultures, gardens have been historically perceived as enchanting and mysterious, serving as backdrops for magical encounters that blur the line between the ordinary and the extraordinary. Beyond mystique, these spaces are recognized as communal grounds for resistance, healing and decolonial practices, simultaneously acting as archives of ancestral knowledge and the experiences of those who nurture them. In turn, the figure of the witch, intimately linked to nature, aligns with gardens as emblematic sources of herbal wisdom and femininity.

Maria Fallada ist eine bildende Künstlerin und Forscherin aus Barcelona, die in Berlin lebt. Ihre Arbeit umfasst die Praxis des Zeichnens als grundlegendes Werkzeug für Erkundung, Resilienz, Bewusstsein und Verbindung mit unserer Umgebung. Seit 2022 ist Maria Teil des Kreativ- und Kommunikationsteams von C*SPACE und arbeitet hauptsächlich für das KIEZ:MOBIL – ein Projekt zur Schaffung temporärer öffentlicher Räume in Weißensee. Derzeit studiert sie den MA-Studiengang Raumstrategien an der KHB. Maria Fallada is a visual artist and researcher from Barcelona based in Berlin. Her work embraces the practice of drawing as a fundamental tool for exploration, resilience, awareness and connection with our surroundings. Since 2022 Maria has been part of the creative and communication team at C*SPACE, working mostly for the KIEZ:MOBIL – a project intending to create temporary urban public spaces in Weißensee. She is currently enrolled in the MA Program Raumstrategien at KHB.

Yun-Chu Liang ist ein in Berlin lebender Klang-Raum-Künstler aus Taipeh. Yun konzentriert sich auf die Erschaffung von Wahrnehmungsräumen durch Aufzeichnung und Interpretation von Wahrnehmungserfahrungen im täglichen Leben. Sie analysiert den urbanen Kontext, die Geschichte der Umwelt und das menschliche Verhalten. Sie arbeitet mit Klang, um zu verstehen, wie wir uns durch unsere Sinne mit der Umwelt verbinden. “In-between” ist eines ihrer jüngsten Projekte, das im Collegium Hungaricum Berlin als Teil der SoundS Master Exhibition UDK (2022) und beim Seanaps Festival (2023) präsentiert wird. Yun-Chu Liang is a sound-space artist from Taipei based in Berlin. Yun focuses on incubating perceptional space by recording and interpreting perceptional experiences in daily life. By analyzing urban context, environment history, and human behavior. She works with sound to understand how we connect to the environment through our senses. “In-between” is one of her most recent ongoing projects presented at Collegium Hungaricum Berlin as part of SoundS Master Exhibition UDK (2022) and at Seanaps Festival (2023).

Vielen Dank an alle, die bei der Eröffnung dabei waren und zu einem so herzlichen und fröhlichen Abend beigetragen haben! Und für diejenigen, die es noch nicht geschafft haben: Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Februar zu sehen. Wir laden Euch herzlich ein, uns jederzeit zu besuchen. Thank you to everyone who joined us at the opening and participated in the creation of such a warm and joyful evening! And for the ones who could not make it yet, please note that the exhibition will be on until February 11th. You are very much welcome to visit us anytime.

Alle Kunstwerke stehen zum Erwerb zur Verfügung. Für Anfragen oder Käufe ist Maria entweder persönlich oder per E-Mail an mariafallada@gmail.com erreichbar. 50 % des Erlöses werden an MAP (Medizinische Hilfe für Palästinenser), UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten) und/oder andere Organisationen gespendet, die Gemeinden in den besetzten palästinensischen Gebieten und Flüchtlingslagern unterstützen. All the artworks are available for acquisition. For inquiries or purchases, feel free to connect directly with Maria either in person or through email at mariafallada@gmail.com. As by initiative of the artist, 50% of the purchases will be donated to MAP (Medical Aid for Palestinians), UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East) and/or other organisations supporting communities facing challenges in the occupied Palestinian territories and refugee camps.

Conversations within Transitions and Secret Gardens
Vom 8. Dezember 2023 bis zum 11. Februar 2024
C*SPACE Berlin: Langhansstraße 86, 13086 Berlin
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 – 19 Uhr

[1] berlin.de (15.01.24)
[2] caligari-platz.de (15.01.24)

© Fotos von Lorena Florio